Die Mietpreisentwicklung in Deutschland ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema – und für viele Mieterinnen und Mieter eine Finanz-Falle. Aktuell zeigen sich sowohl Anzeichen einer Verlangsamung als auch anhaltender Preisdruck.
Langfristiger Trend: Mieten steigen unaufhörlich
Zwischen 2010 und 2024 sind die Nettokaltmieten im Schnitt um etwa 64 % gestiegen. Besonders in Großstädten wie Berlin (+8,5 %) und Frankfurt (+8,0 %) ging es zuletzt deutlich bergauf. Auch im vierten Quartal 2024 lag der bundesweite Durchschnitt bei +4,7 %, mit besonders starken Zuwächsen in Berlin, Essen und Frankfurt. Insgesamt zeigt der Mietpreisindex eine klare Aufwärtsbewegung: Lag er 2020 noch bei 100, erreichte er im Februar 2025 bereits 108,8 Punkte.
Aktuelle Entwicklungen: Leichte Entspannung?
Laut dem GREIX Mietpreisindex stiegen die Angebotsmieten im zweiten Quartal 2025 nominal um 3,4 %, real, also inflationsbereinigt nur um 1,3 %. Der Anstieg fiel im Quartalsvergleich relativ moderat aus: +0,7 % nominal, real sogar leicht rückläufig (−0,2 %). Eine mögliche Trendwende? Vielleicht auf dem Papier, denn die Nachfrage bleibt ungebrochen hoch: Mietangebote verschwinden im Rekordtempo, im Schnitt bleiben Inserate nur 23 Tage online, in Berlin sogar nur 2 Tage.
Regionale Unterschiede: Die Städte gegen den Rest
München bleibt mit einer Durchschnittskaltmiete von 22,82 €/m² unangefochten teuerster Mietmarkt, gefolgt von Frankfurt (17,32 €/m²), Stuttgart (15,99 €/m²), Berlin (15,62 €/m²) und Leipzig (10,10 €/m²). Auch außerhalb der Top-Städte steigen die Mieten weiter, zum Beispiel in Münster mit +3,5 % auf 13,87 €/m², während Ostdeutsche Städte wie Erfurt, Dresden oder Chemnitz moderater zulegen.
Treiber der Preisentwicklung
Mehrere Faktoren treiben die Mietpreise:
- Zu wenig Wohnungsneubau, kombiniert mit anhaltender Nachfrage, spitzt die Lage zu
- Politische Regulierungsversuche wie die Mietpreisbremse oder Kappungsgrenzen wirken dämpfend, können aber Investitionen und Neubau bremsen
- Steigende Bau- und Modernisierungskosten etwa durch Energieeffizienzanforderungen werden häufig an die Mieter weitergegeben
Fazit: Was bedeutet das für (potentielle) Eigentümer?
Die Mietpreisspirale dreht sich weiter – auch wenn das Tempo etwas nachlässt. Für Investoren lohnt sich ein Blick auf regionale Unterschiede: Städte mit moderatem Wachstum könnten langfristig interessanter sein. Insgesamt deutet sich kein Rückgang, sondern eher eine Stabilisierung auf hohem Niveau an. Kurzfristige Entlastung unwahrscheinlich, langfristig kann nur deutlich mehr Neubau wirksam Ergebnisse liefern.
Gerne beraten wir Sie in Bezug auf die Mietpreisentwicklung in Ihrer Region und entwickeln Strategien für Ihre Immobilieninvestition.



