Wohnungsbaukrise und „Bau-Turbo“

Der Wohnungsbau in Deutschland befindet sich in einer akuten Krise: Zwischen dem Höchststand Ende 2022 und Mitte 2025 ist die Zahl der Baustarts um rund 85 % eingebrochen. Besonders betroffen sind kleinere Städte („C‑ und D‑Lagen“), wo geplante oder im Bau befindliche Wohnprojekte um 10 % zurückgingen, in Großstädten waren es 6 % weniger. Für 2025 zeichnet sich ab, dass deutlich weniger als 200.000 Neubauwohnungen fertiggestellt werden – das deutlich unter dem Bedarf von mindestens 320.000 Wohnungen pro Jahr liegt.

Diese Entwicklung bezeichnet der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) als Weckruf: „Die Pipeline läuft trocken… Was heute nicht geplant und gebaut wird, steht morgen nicht zur Verfügung“, warnt BFW-Präsident Dirk Salewski.

Vor diesem Hintergrund reagiert die Politik: Bundesbauministerin Verena Hubertz hat den sogenannten „Bau‑Turbo“ angekündigt – mit Investitionen von 23,5 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau bis 2029, um dem dramatischen Wohnraummangel entgegenzuwirken.

Wenn der Wohnungsmarkt sich nachhaltig erholen soll, braucht es nicht nur mehr Geld, sondern vor allem eine gezielte Neubauoffensive, die die Lücke zwischen Neubau und Bedarf schließt. Der „Bau‑Turbo“ könnte hierfür ein entscheidender Impuls sein – bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv diese Maßnahmen greifen werden.